Aus der Amazon.de Redaktion:
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Auf die Frage, wer oder was die Band PUR denn sei, ließe sich entgegnen: So ziemlich genau das Gegenteil von Marilyn Manson. Wohl kaum ein Elternpaar, das die eigene Tochter nicht bedenkenlos auf ein PUR-Konzert ziehen ließe, was man von “The Reverend“ nicht gerade behaupten kann. Denn anstatt Schweinkram zu grölen, richten die acht Schwaben gefühlige Appelle an “junge Erdenmenschen“ wie, “Lasst es menscheln, macht Eure Fehler und verzeiht sie Euch und den Anderen“, zu lesen im Booklet ihrer neuen CD Wünsche. Was die Einen an PUR als soziales Engagement und moralische Integrität schätzen, ist den Anderen Gutmenschengehabe und damit ein Graus. Unabhängig davon liegt die eigentliche gute Botschaft in der musikalischen Qualität der 16 Songs des neuen Albums Wünsche, auf dem sich PUR ganz bewusst für eine ebenso anspruchsvolle wie schnörkellose Form des Rock entschieden hat, mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, zuweilen einem Flügel, auch mal Zitaten einer Hammondorgel und dezenten Synthiklängen. Bravo! In punkto Texten hat sich PUR, namentlich Hartmut Engler, schon immer persönlichen Empfindungen inmitten des ganz normalen alltäglichen Wahnsinns gewidmet, so auch auf diesem Album. Das aktuelle Tagesgeschehen wie Krisen in Wirtschaft (“Wünsche“) und Midlife (“Herbst“), Pubertät (“Katharina“) und Demenz (“Frau Schneider“), Depressionen (“Gesund“) und sogar der Amokläufer von Winnenden (“Stell Dich“) finden Eingang in die Songtexte. Schilderungen vom “Demenznachmittag in der Diakoniestation“ oder Textzeilen wie “Ich wünsch mir für die Krankenschwester/ Mehr Lohn und mehr Dankbarkeit“ würde sich außer Engler wohl kaum jemand trauen. Seine Texte kann man mögen oder auch nicht, nur gleichgültig lassen können sie einen nicht. Leider geht ihm provokanter Wortwitz und Chuzpe eines Peter Fox oder frühen Udo Lindenbergs völlig ab. In seinen Texten ist die Botschaft nicht nur sauber sondern rein –pardon- PUR. Aber daran haben sich die Geister von Fans und solchen, die es nicht sind, schon immer geschieden. Für erstere ist Wünsche jedenfalls ein lohnenswertes, weil waschechtes PUR-Album. - Andreas Schultz
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