Primär bombastisch und patriotisch. Wie sonst sollte „die wohl größte Zerstörungsorgie aller Zeiten“ (Cinema), inszeniert von einem US-Regisseur, anders musikalisch untermalt werden? Deshalb griff auch Komponist Steve Jablonsky beim zweiten Transformers-Teil, in dem wandlungsfähige Riesenroboter einander bekämpfen und Menschen zum Collateral-Schaden dieses Krieges werden, wieder (von vier NewAge-Musik getönten Momenten abgesehen) in die Vollen. Dem Publikum gefällt’s, denn es trat auch in der Amazon-Bestsellerliste der seltene Fall ein, dass die Score-CD (eingespielt von großem Orchester und Chor plus massiver Percussion) sich im Verkaufsrang vor dem Soundtrack-Album platzierte! Nach anspruchsvollen, ernsten, feuilletonistischen Maßstäben darf das Science-Fiction-Spektakel nicht bewertet werden. Dann könnte das Urteil nur identisch sein mit dem, was bei diesem Showdown der Spielzeug-Titanen am Schluss entsteht: Schrott! Deshalb riet Europas größtes Kinomagazin angesichts der 195 Millionen Dollar teueren HighTech-Materialschlacht: „Einfach Hirn ausschalten und sich dem tricktechnischen Dauerbeschuss hingeben!“
Realisiert wurde die exzessive, computeranimierte Nonstop-Action erneut von Michael Bay. Der Amerikaner gewann für den Score wieder jenen (Lands)Mann, mit dem er bereits bei Armageddon, Pearl Harbor sowie dem ersten aus einer Comicreihe und TV-Zeichentrickserie entstandenen Transformers-Realfilm (2007) kooperiert hatte: Steve Jablonsky. Der Schüler von Hans Zimmer, der zuvor übrigens auch an Fräulein Smillas Gespür für Schnee, Antz und Chicken Run beteiligt war, bediente sich im vorliegenden Fall eines großen Orchesters, Chors plus prägnantem Bass und geballter Percussion. Mit dieser Besetzung erzeugt er einen massiven Mainstream-Sound, der zur sehr simplen Handlung passt, dort während des Streifens mit seinen vielen Klangeffekte allerdings keine große Rolle spielt. Einmal, dank der Einbindung eines Auszugs von Linkin Park’s Titelsong „New Divide“ als Instrumental, gar in der NuMetal-Variante. Neben zehn Liedern, aus dem Filmmusik-Kenner einige Verweise auf Hans Zimmers Gladiator heraushören, gibt es vier von Sängerin Lisbeth Scott (X-Men, Casino Royale, The Da Vinci Code) geprägte Stücke („The Fallen“, „Infinite White“, „Tomb Of The Primes“, „Matrix Of Leadership“) im meditativen, religiös angehauchten Ambient-Stil à la Enya (Hit: Orinoco Flow, Only Time) oder Enigma (Hit: Sadness).
Für Film wie Score (Laufzeit: 44 Minuten) kann es dennoch nur ein Fazit geben: Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob „Der Charme des Schundes“ (Spiegel) gefällt oder nicht! Thomas Hammerl